Sonnengott Aton, Pharao Amenophis, Nofretete und ihre Kinder, um 1350 v. Chr.

Religiöse Reformen und Revolutionen

Sieben Vorlesungen, jeweils Mittwoch,

20.15 bis 21.45 Uhr,

20.9. bis 8.11.2017, Raum HSG 01-014

Religiös motivierte Reformbewegungen und gesamtwirtschaftliche Umgestaltungen sind eng miteinander verbunden. Und wie immer bei aufeinander bezogenen Prozessen stellt sich die Huhn-Ei-Frage: Stehen am Anfang allgemeine Umbrüche, die sich sekundär auf das Glaubensleben auswirken? Oder beginnt alles mit einer geistlich-spirituellen Erneuerung, die in der Folge weit über ihren ursprünglichen Kontext hinaus einen politischen und gesellschaftlichen Veränderungs-schub auslöst? Auch wenn die Frage nach den Anfangsursachen häufig nicht abschliessend zu klären ist, so ist bei revolutionären Umbrüchen doch immer wieder die Wechselwirkung von profan-politischen Aspekten und spirituell-religiösen Fragestellungen feststellbar. Vor dem Hintergrund des 500-Jahr-Jubiläums der Reformation wird die Vorlesung vor- und nachreformatorische Glaubenserneuerungen sowie nicht-christliche Religionsreformen vorstellen und dabei ihre nachhaltigen Auswirkungen beleuchten und zur Diskussion stellen.

20. September

Täufer und Mennoniten

27. September

Iranische Revolution

4. Oktober

Zisterzienser

11. Oktober

Neolithische Revolution

18. Oktober

Aton-Revolution unter Pharao Amenophis IV.

25. Oktober

Zweites Vatikanisches Konzil

8. November

Erstes Vatikanisches Konzil

 

Friedrich III. (1463-1525); Wibrandis Rosenblatt (1504-1564)

Randfiguren der Reformationsgeschichte

Vier Vorlesungen, jeweils Freitag, 09.30 bis 11.00 Uhr,

10. November bis 1. Dezember 2017,

Festsaal St. Katharinen, Katharinengasse 11.

Die grossen Namen der Reformation sind wohlbekannt. Weniger bekannt, doch nicht minder faszinierend sind das Leben und Wirken von Nebenfiguren der Reformationszeit. Die Vorlesung stellt vier Personen mit ihren wechselvollen Schicksalen vor und gibt Einblick in die turbulente Umbruchszeit des 16. Jahrhunderts. Friedrich III.: Der nonkonformistische Renaissancefürst in Wittenberg hat Luther protegiert und war zugleich einer der grössten Reliquiensammler seiner Zeit. Hans Krüsi: Als Täuferführer aus St. Georgen hat er mit seinen aufrührerischen Reden die Obrigkeit solange provoziert, bis er nach Luzern verschleppt und dort hingerichtet wurde. Wibrandis Rosenblatt: Aus einer vornehmen Basler Familie stammend war sie zwischen 1524 und 1551 nacheinander mit vier verschiedenen Reformatoren verheiratet, die alle vor ihr starben und sie als Witwe mit elf Kindern aus vier Ehen hinterliessen. Und schliesslich Michael Servetus: Der aus Spanien stammende Mediziner stellte die Trinitätslehre in Frage, weswegen er als Ketzer verfolgt wurde. Dennoch stand er vor seiner Hinrichtung in Genf 1553 als Leibarzt in Diensten des Erzbischof von Vienne.

10. November

Friedrich III. («der Weise»)

17. November

Hans Krüsi

24. November

Wibrandis Rosenblatt

1. Dezember

Michael Servetus